Strandgeflüster 4 – Luca

»Dasselbe wie immer für Amanda und ihre Familie«, informierte mich Mutter und ich verdrehte genervt die Augen. Nicht wegen der Bestellung an sich, sondern weil diese Frau ausgerechnet heute hier auftauchen musste.
Die Vorstellung von ihr war noch lange nicht verblasst und ich hasste meinen verräterischen Körper für seine übertriebene Reaktion auf diese Frau. Sie war nichts Besonderes, versuchte ich mir einzureden, auch wenn das Blau ihrer Augen außergewöhnlich erschien. Vor allem im Kontrast zu ihren roten Haaren.
»Luca? Hast du mich gehört?«, unterbrach Mutter meine Gedanken und ich schüttelte leicht den Kopf, um wieder im Hier und Jetzt anzukommen.
»Bitte was?«, verlangte ich von ihr zu erfahren und sah in die wissenden Augen meiner Mutter.
»Ich habe gesagt, du bringst ihnen dann das Essen«, wiederholte sie, zwinkerte mir zu und verließ mein Reich, bevor ich wieder sprechen konnte.
Nur kurz erlaubte ich mir einen Blick in den Gastraum und fand Amanda, ihre Tochter und ihre Freundin sofort. Sie trug die dunkelroten Haare offen über den Schultern, die Augen waren leicht geschminkt und das weiße Kleid unterstrich ihren schon leicht gebräunten Teint.
Sie lachte in diesem Moment, warf den Kopf in den Nacken und dieses Geräusch, gepaart mit ihrem Anblick, schoss direkt zwischen meine Beine. Es war zum verrückt werden.
Ich wollte sie nicht anziehend finden, aber mein Körper verriet mich bereits das zweite Mal an diesem Abend.
»Ciao Luca. Wie ich sehe, bist du schon bereit für mich«, vernahm ich eine raue Stimme direkt hinter mir. Ohne Scham legte sich eine zarte Hand um meine Erregung und massierte meinen halb erigierten Schwanz, bis er in voller Größe aufgerichtet gegen den Stoff meiner Jeans drückte und leicht pulsierte.
»Giulia«, begrüßte ich meinen Gast und gab mich ihren Berührungen hin. Dabei hatte ich jedoch nicht sie im Sinn, sondern nur Amanda. Fuck!
»Du hast mir gefehlt«, schnurrte sie gegen meinen Hals, den sie küsste, während sie mich mit gekonnten Bewegungen reizte. Ihre Hand nun in meiner Hose, die obersten Knöpfe geöffnet.
Meine Hände griffen hinter mich, legten sich auf ihren runden, prallen Po und drückten zu, spornten Giulia an. Sie erhöhte ihr Tempo und den Druck, biss mir in den Nacken, bevor ich mit zusammengebissenen Zähnen in ihrer Hand kam. Ihr Berührungen wurden sanfter, zärtlicher. Doch ich zog nur ihre Hand weg, gab ihr ein Tuch, während ich mich selbst säuberte. Das erste Mal ekelte ich mich vor mir selbst, denn als ich die Augen wieder geöffnet hatte, war mein Blick direkt auf Amandas gestoßen. Sie musste Giulia gesehen haben. Was noch? Meinen Gesichtsausdruck, als ich kam?
Aber vor allem fragte ich mich, seit wann es mich interessierte, was eine wildfremde Frau von mir dachte.
Ohne Giulia weiter zu beachten, machte ich mich endlich an meine Arbeit und bereitete in Rekordzeit die drei überfälligen Essen zu. So sehr ich auch versuchte mir einzureden, dass mir Amandas Gesichtsausdruck egal war, desto mehr musste ich mir eingestehen, dass das nicht stimmte.
Ich ignorierte Giulia, die sich schmollend auf einer der Arbeitsflächen in meiner Küche saß. Sie trug einen kurzen schwarzen Rock, ein minimalistisches weißes Top und ihre Lippen waren blutrot geschminkt.
Sie war in ihrer Gesamtheit eine so plumpe Anmache, dass ich mich fragte, warum mir das nie vorher aufgefallen war. Oder ob es mir sogar egal gewesen war.
Tief atmete ich durch, bevor ich mit den drei Tellern meine Küche verließ und wie ein reumütiger Hund auf ihren Tisch zu lief. Ich verstand mich selbst nicht mehr, aber etwas in mir wollte, dass Amanda mich ansah. Damit ich wusste, sie nahm mir Giulias Aktion nicht übel. Weswegen auch immer ich das wollte. Es drängte mich zu ihr, ich wollte ihr erklären, dass ich nur an sie gedacht hatte, als mich die andere Frau berührte. Und das, obwohl ich sie nicht kannte. Und normalerweise nicht solches Süßholz raspelte.
Doch sie verweigerte mir diesen Moment der Absolution, sah sturr in die andere Richtung, als ich rechts neben ihr stand, und ignorierte mein Lächeln.
Dafür bedankten sich ihre Tochter und ihre Freundin bei mir und ich glaubte, eine Entschuldigung im Blick der älteren Frau zu entdecken. Ich konnte ihr nur dankbar zu nicken, auch wenn ich es nicht verstand.
»Buon Appetito«, wünschte ich den Damen und verzog mich mit eingezogenem Schwanz wieder in meine Küche zurück.
»Warum lässt du mich hier warten, wie ein kleines Kind?«, wetterte Giulia sofort, aber es interessierte mich nicht. Weder ihr Schmollmund, noch der Augenaufschlag, der wahrscheinlich lasziv wirken sollte. Alles, was ich wollte, war ein Lächeln. Und das nur von einer einzigen Frau.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s