Bonuskapitel 2 – Mina & Cedric

Am Dienstag hat meine ‚Dark Rose – Band 1‘ Geburtstag! Dann ist es ein Jahr her, dass Mina und Cedric in eure Herzen geflogen sind – und das feiern wir mit einem weiteren Bonuskapitel! Viel Spaß ❤

***

1 Mina
Sanft schiebt er den Stoff meines Shirts nach oben. In seinen Augen lodert ein Feuer, als er den Kopf senkt und meine aufgestellte Brustwarze zwischen seine Lippen nimmt. Ein süßer Schmerz durchzuckt meinen Körper, als er daran knabbert, seine Zunge darum kreist und seine Hände so köstlich meine Brüste massieren. Cedric weiß einfach zu gut, was ich brauche. Es ist nicht viel, aber immer genau das, was er mir gibt.
„Oh meine süße Minerva, das habe ich wirklich vermisst“, raunt er gegen meinen Körper, als er zu meinem anderen Nippel wandert, ihm dieselbe Aufmerksamkeit schenkt und mich allein damit um den Verstand bringt.
„Nur, weil du dieser dämlichen Konferenz musstest, war ich vier Wochen lang alleine“, werfe ich ihm sofort an den Kopf und stöhne keuchend auf, als er unvermittelt in mein erregtes Fleisch beißt. Oh, wie habe ich genau das vermisst.
„Ich dachte wirklich, nach über einem Jahr hast du gelernt, dass du mich nicht herausfordern sollst, wenn du nicht auf das Echo eingestellt bist.“ Seine Stimme hat den Klang verändert, ist jetzt genauso, wie ich sie will, so sehr brauche. Sie hat diesen leicht drohenden Unterton, der mich erschaudern lässt und der mich augenblicklich feucht werden lässt.
„Wer sagt dir, dass ich das nicht bin?“, entgegne ich mutig. Natürlich sollte ich es besser wissen, aber ich brauche Cedric wirklich unbedingt und nicht nur ihn.
„Geh duschen. Ich erwarte dich in einer halben Stunde unten“, fordert er mich auf, entfernt sich so abrupt von mir, dass ich enttäuscht zusammenzucke. Doch die Aussicht auf das, was mich da unten erwartet, lässt mich die Enttäuschung schnell wieder vergessen. Binnen Sekunden bin ich aufgesprungen und unter dem wachen Blick meines Freundes im Bad verschwunden.
Über ein Jahr lang sind wir jetzt offiziell zusammen und es ist immer noch genauso aufregend, wie in unserer Anfangszeit, als wir uns neu kennenlernen und austesten mussten. Ich habe jede Sekunde mit Cedric genossen und tue es noch heute. Es ist verrückt, dass dieser Mann mein Leben in einem solchem Ausmaß bestimmt, aber ich wünsche es mir nicht anders.
Als ich das Bad wieder verlasse, ist er verschwunden. Nackt wie ich bin, mein Pferdeschwanz hochgebunden, so wie er es gerne hat, trete ich an meinen Schrank und überlege. Am liebsten hat Cedric mich genauso, wie ich jetzt bin. Doch zur Feier des Tages möchte ich ihm zeigen, was er mir bedeutet. Er und alles was wir haben. Also greife ich nach meinem liebsten Schmuckstück, dieser wunderschönen Kette, die eher an ein Halsband erinnert mit dem filigranen Schloss als Verschluss. Eine Gänsehaut überzieht meinen Körper, als ich es schließe und tief durchatme. Cedric hat es mir in der Zeit seiner Abwesenheit abgenommen, weil er nicht wollte, dass einer unserer Gäste auf dumme Gedanken kommt. Jetzt ist er zurück und mich drängt es danach, ihm zu zeigen, dass ich nirgendwoanders sein möchte, als an seiner Seite.
Als Nächstes schlüpfe ich in meinen dünnen Morgenmantel und lächele. Die Augen schwarz getuscht und betont, die Lippen tiefrot. Dazu meine Frisur und das Halsband – es wird eine wundervolle Nacht.
Auf leisen Sohlen schleiche ich durch Helenas und mein Hotel, das in vollkommenere Stille liegt, jetzt mitten in der Nacht und mache drei Kreuze, als ich den Eingang zum Keller, zum Dark Rose erreiche und niemandem über den Weg gelaufen bin.
Gespannte Erregung durchflutet meinen Körper, als ich unseren Raum erreiche und atme noch einmal tief durch, bevor ich die Klinke nach unten drücke und eintrete. Cedric steht in einer Ecke des Raumes, hat mir den Rücken zugedreht und strahlt eine solche Selbstsicherheit aus, dass ich schwer schlucke. Er ist das Bild von einem Mann. Von meinem Mann.
Ohne, dass er etwas sagen muss, lege ich den Morgenmantel ab, gehe neben der Tür auf die Knie und senke den Blick. Es ist ein irres Gefühl nach dieser gefühlten Ewigkeit wieder hier zu sein und ihn zu spüren. Er ist ebenso erregt wie ich, es ist im ganzen Raum zu spüren.
Als er sich zu mir dreht, höre ich es nur daran, weil er die Schuhe über den Boden schleifen lässt. Wieder verharrt er eine ganze Weile, lässt mich warten, treibt mich genau dorthin, wo er mich haben will.
„Dieses Halsband ist so wunderschön an dir, meine süße Minerva“, spricht er mich nach ewigen Minuten an. Ich lächele leicht, lasse den Kopf aber gesenkt. Weil ich weiß, dass er es genauso möchte.
„Ich habe noch nie eine Frau gesehen, die so stark und demütig zugleich gewirkt hat. Es ist mir ein Rätsel, wieso du mich ausgewählt hast, an deiner Seite sein zu dürfen“, spricht er weiter und überrascht mich damit. Denkt er wirklich selbst so von sich? Dabei ist Cedric der beste Mann, den ich je kennenlernen durfte. Ein Gentleman der alten Schule, der für die, die er liebt, alles tut und niemals aufgibt. Es ist eher andersherum. Doch auch diese Antwort schlucke ich herunter. Wir haben später noch so viel Zeit darüber zu sprechen, wie verschoben sein Bild von sich selbst ist.
„So wunderschön“, wispert er, als er neben mir stehenbleibt, seine Hand über meinen Kopf streichen lässt, bis er meinen Zopf packt und mit einem Ruck nach hinten zieht. Dieses Mal keuche ich doch, genieße das heiße Prickeln meiner Kopfhaut und presse die Beine fest zusammen. Denn diese ganzen Kleinigkeiten machen mich so verdammt an.
„Sag mir, Minerva, hast du mich vermisst?“
Er erwartet nicht wirklich eine Antwort, zumindest keine gesprochene. Also lege ich alle die Worte, die ich nicht aussprechen kann und darf in meinen Blick, all meine Liebe, Zuneigung und Dankbarkeit, ihn als den meinen zu wissen.
„Oh und wie du mich vermisst hast. Sicher bist du schon ganz nass, allein bei der Vorstellung, wie mein Schwanz tief in dich eindringt, richtig?“ Seine Augen blitzen bei dem Gedanken daran. Ein Blick auf seinen Schritt bestätigt mir seine eigene Erregung und wie geil er selbst ist. Nach all der Zeit hat die Anziehung zwischen uns kein Stück abgenommen. Gott sei Dank. Ich wüsste nicht, was ich sonst tun sollte.
„Oh, Minerva, es wird eine fantastische Nacht“, verspricht er mir, zieht den Zopf nach oben und ich folge der stummen Aufforderung aufzustehen. Ich laufe vor ihm, schwinge meine Hüften und beiße mir auf die Unterlippe, als seine Hand heiß und hart auf meinen Hintern klatscht. Und wie ich ihn vermisst habe.
„Leg dich hin“, fordert Cedric, als ich direkt vor dem Bett stehe und zu gern folge ich ihm. Auf den Rücken gedreht, platziere ich mich, spreize die Beine und zeige ihm, wie sehr ich ihn will, brauche.
„So wunderschön“, sagt er wieder, streicht mit den Fingern über mein Knie, als er auf meine Kopfhöhe tritt. Überdeutlich zeichnet sich seine Erektion unter der schwarzen Stoffhose ab und nur schwer kann ich mich zusammenreißen, und ihn nicht berühren.
„So ist es brav, Minerva“, kommentiert er meinen Kampf, den er mir angesehen haben muss. Er verschlimmert es nur noch, als er sich über mich beugt, um mein Handgelenk in der vorhandenen Manschette zu befestigen. Damit ist sein Schwanz meinem Gesicht so nah, sein Duft vernebelt meine Sinne. Ich kann nicht anders, als zu Stöhnen, als der Stoff seiner Hose meine Wange streift, bevor er sich zurückbeugt und auch das andere Handgelenk befestigt.
„Heb den Kopf“, bittet er mich, und wieder tue ich, was er verlangt. Mit wenigen Handgriffen hat er mir die Augen verbunden. Ein weiterer Schauer überläuft meinen Körper, ich höre auf seine Schritte, als er ans Bettende Tritt. Mit beiden Händen spreizt Cedric meine Beine noch weiter, beugt sich zwischen sie und ich stöhne ungehalten, als erst sein heißer Atem und dann sein Mund auf meine Scham treffen. Fuck.
„Denke gar nicht erst daran, zu kommen, Minerva“, warnt er mich, doch ich bin kaum in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen, als er seine Zunge durch meine nasse Spalte gleiten lässt und mich kostet. Gleichzeitig finden seine Hände meine Brüste, meine Brustwarzen, zwirbeln, reiben und reizen sie, bis ich das Stöhnen nicht mehr unterdrücken kann. Zu schön und aufheizend ist das, was Cedric da mit mir anstellt. Mein Körper giert nach jeder seiner Berührungen, saugt sie auf und bündelt sie zwischen meinen Beinen. Quälend langsam, so als hätte dieser Mann jede Menge Zeit, leckt er mich, saugt meinen Kitzler zwischen seine vollen Lippen und beißt leicht hinein. Ich bin so erregt, dass ich die Hände um die Fesseln kralle, mir so fest auf die Unterlippe beiße, bis ich Blut schmecke und tatsächlich versuche an etwas anderes zu denken, als Cedric zwischen meinen Beinen. Wie soll ich das nur aushalten? Selbst nach diesem Jahr, das wir endlich zusammen verbracht haben, bringt er mich binnen Minuten an meine Grenzen. Er muss spüren, wie ich bebe, wie mein gesamter Körper zittert und ich gegen den heranrollenden Orgasmus ankämpfe. Wirklich, ich versuche es. Doch als Cedric fest in meine Brustwarzen kneift, sie lang zieht und gleichzeitig hart an meinem Kitzler saugt, ist jede Anstrengung vergessen, denn ich komme. So heftig und langanhaltend, wie schon lange nicht mehr. Ich gebe auf, lasse mich fallen und zucke unkontrolliert, als Cedric einfach weitermacht, mir keine Ruhe lässt, sondern seine Zunge mit diesem verräterischen Punkt zwischen meinen Beinen spielt, sie neckt und antreibt. Es ist meine Strafe, denn ich habe mich eindeutig nicht an seine Anweisung gehalten, bin gekommen und habe meiner Lust nachgegeben.
„Oh Minerva, ich dachte wirklich, du wärst bereits besser.“ Seine Stimme trieft vor Spott und Hohn, er bestraft mich damit, und leckt mich weiter in den Himmel. Tränen sammeln sich in meinen Augenwinkeln, weil ich ihn enttäuscht habe, obwohl es unsinnig ist. Ich weiß genau, wie sehr Cedric es genießt, mich wieder und wieder kommen zu lassen, bis ich nicht mehr kann. Auch jetzt, spüre ich, dass der nächste Orgasmus nicht lange auf sich warten lassen wird, wenn seine Zunge weiterhin so tief in mich eindringt oder sein göttlicher Mund an mir saugt. Seine Hände haben meine Brüste verlassen, ich spüre sie auf meinem Hintern, den er knetet, mich anhebt und meine Scham noch näher an sein Gesicht bringt. Fuck. Ich bin eindeutig verloren, wenn er so anfängt.
Eine Hand schiebt sich tiefer, Finger wandern durch meine Poritze und ich keuche auf, als Cedric einen seiner Finger um meine Rosette streichen lässt. Obwohl ich gelernt habe, es zu lieben, ist es jedes Mal wieder ungewohnt. Ganz langsam dringt er ein, während seine Zunge mich davon ablenkt, was er da tut. Er nimmt mich in Besitz, treibt mich an einen Punkt, an dem ich nur noch Sterne sehe und das, obwohl es nur sein Mund und seine Finger sind. Es ist egal, alles, was er tut, macht mich an. So ist es schon immer zwischen uns gewesen.
„Meine süße Minerva“, raunt er gegen meine Scham, pustet leicht gegen mein erhitztes Fleisch, ich bin mir sicher, dass er dabei verführerisch lächelt und sein Werk betrachtet, wie ich vollkommen fertig – schon jetzt – vor ihm liege und mich winde. Unerbittlich schiebt er seinen Finger tiefer in meinen Po und ich entspanne mich mit jedem Millimeter.
„So ist es gut. Vielleicht kannst du es ja wieder gut machen, dass du dich meiner Anweisung widersetzt hast.“ Das Grinsen ist deutlich herauszuhören und ich will nichts anderes tun, als ihm seinen Wunsch zu erfüllen. Erst dann, bin auch ich glücklich.
„Cedric“, hauche ich atemlos, raubt er ihn mir. Sein Finger bleibt, wo er ist, während ich spüren kann, wie er sich erhebt, sich über mich beugt, meine Brustwarzen nacheinander zwischen seine Zähne zieht, und den Reiz unerträglich macht. Meine Pussy pocht aufgeregt, wie die Aufmerksamkeit zurück.
„Und, was denkst du? Hast du meinen Schwanz verdient?“, fragt er mich herausfordernd. Sofort will ich JA rufen, doch ich weiß, es ist eine Fangfrage. Also presse ich die Lippen fest zusammen, konzentriere mich auf seinen Finger. Ich bin mittlerweile klatschnass, er muss nicht einmal Gleitgel oder Ähnliches nutzen, ich sorge selbst für die benötigte Feuchtigkeit. Es ist vollkommen verrückt, ich sollte an ihn gewöhnt sein, er sollte nach all der Zeit nicht mehr diese Wirkung auf mich haben. Doch genau das hat er und ich habe ihm nichts entgegenzusetzen.
„Ich sehe, du hast aus deinem Fehler gelernt.“ Nur einen Sekundenbruchteil streichen seine Lippen über meine, ich versuche, ihm zu folgen, als er sich von mir entfernt, stöhne enttäuscht auf, als ich seine Körperwärme nicht mehr spüren kann und will mir die Augenbinde runterreißen. Ich hoffe wirklich inständig für ihn, dass er mich hier nicht so liegen lässt. Natürlich habe ich darauf keinen Einfluss, aber ich kann zumindest wünschen und hoffen. So gut ich kann, konzentriere ich mich auf die Geräusche im Raum, stelle erleichtert fest, dass ich noch immer Cedric atmen hören kann, und beiße mir ein weiteres Mal auf die Unterlippe, als ich einen Reißverschluss höre, der geöffnet wird und wie im nächsten Moment Stoff zu Boden fällt. Als ob er ihn von sich werfen würde.
„Wenn ich könnte, würde ich dich hier versauern lassen. Aber ich kann dir einfach nicht widerstehen, meine süße Minerva“, lässt Cedric mich rau wissen, reißt mir die Augenbinde vom Kopf und ich blicke direkt in seine Augen. Ein Lächeln liegt auf seinen Lippen, sein Blick verrät mir, wie viel ich ihm bedeute und mein rasender Herzschlag beruhigt sich langsam wieder. Bei Cedric geht es mir gut, bei ihm kann mir nichts passieren. Selbst nach all der Zeit ist die Angst nicht vollständig verschwunden. Doch so lange ich ihn bei mir weiß, geht es mir gut. Kann es mir nur gut gehen.
Zärtlich streichen seine Hände über meinen Körper, erkunden jeden Millimeter, als würde er mich das erste Mal betrachten und berühren. Und genauso fühlt es sich auf für mich an. Jede Faser meines Körpers ist angespannt, kann es kaum erwarten, ihn nach all der Zeit wieder zu spüren und aufzunehmen. Ihm zu zeigen, wie sehr ich ihn vermisst habe. So sehr, dass ich es nicht in Worte fassen kann.
„Oh Minerva“, haucht Cedric direkt über meinen Lippen, bevor er mich endlich küsst. So einnehmend, dass ich alles um mich herum vergessen. So verzehrend, dass ich unter seinem Kuss zergehe und ganz die Seine werde. Als wenn ich es nicht die ganze Zeit gewesen wäre.
Ich stöhne in unseren Kuss hinein, als Cedric mit einem langsamen Stoß in mich eindringt und mich vollständig in Besitz nimmt. Er hört keine Sekunde lang auf mich zu küssen, schafft es irgendwie trotzdem, meine Manschetten zu öffnen, bis ich die Arme um ihn schlingen kann. Erst jetzt bemerke ich, dass er auch meine Füße befreit hat und schlinge auch diese um ihn. Ich klammere mich an ihn, komme seinen Stößen entgegen, die immer schneller, härter und genauso werden, wie wir beide es brauchen. Immer wieder stöhnt auch Cedric, haucht meinen Namen und ich kann jedes Mal die Liebe für mich heraushören. Mein Herz ist kurz davor zu explodieren, so erfüllt bin ich von diesem Mann, der mein Leben eingenommen und gerettet hat. Und das auf so viele Arten.
„Cedric“, wimmere ich, als er noch einmal an Tempo zulegt, seine Hände in meinen Haaren vergräbt, den Kopf in meinen Nacken presst und lauter Küsse an meinem Hals verteilt. Ich schreie auf, als ich komme, zucke so heftig, dass auch Cedric mir sofort folgt, sich tief in mir ergießt und seine Arme dann um mich schlingt.
Gemeinsam liegen wir da, genießen die Nähe des anderen und wissen, dass jetzt endlich wieder alles so ist, wie es sein soll. So und nicht anders.
„Ich habe dich vermisst“, raunt er gegen meinen Hals, bevor er träge den Kopf hebt und mich ansieht. In seinen Augen erkenne ich, dass dieser Satz, die Untertreibung des Jahres ist und hoffe, dass er dasselbe auch in meinem Blick findet. Ich habe keine Ahnung, wie ich die Wochen ohne ihn überstanden habe. Oder überlebt, denn Helena war sicher mehr als einmal kurz davor, mir den Kopf abzureißen.
„Ich dich auch. Wirst du wieder so lange weg müssen?“ Die Frage brennt mir auf der Zunge, obwohl gerade sicher nicht der richtige Moment ist, sie zu stellen.
Cedric rollt sich neben mich, zerrt irgendwie die Decke unter uns hervor und deckt uns zu. Wir werden nicht lange hier liegen, so groß ist unser beider Drang danach, in unserem eigenen Bett zu schlafen. Aber keiner ist bereit, unsere selbst geschaffene Luftblase zu verlassen.
„Wahrscheinlich schon. Aber nicht sofort. Komm her“, lenkt er mich ab, zieht mich an seine Brust und streicht sanft über meine Haut. Noch immer geht mein Atem abgehackt und nur langsam kann ich mich wieder beruhigen. Doch wenn nicht mit Cedric, mit wem dann?
„Damit kann ich leben“, komme ich auf das Thema zurück, kuschele mich dann in seine Arme und lasse mich von seiner Wärme einlullen.

2 Cedric
Jedes Mal, wenn ich losmuss, weiß ich nicht mehr, wie ich Minerva solange alleine lassen soll. Noch immer hat sie Albträume, selbst wenn sie sich nicht mehr daran erinnert, höre ich sie im Schlaf sprechen. Es bricht mir das Herz, doch das Geschäft lässt sich nicht verschieben. Doch jetzt haben wir erstmal ein paar Wochen zusammen, bevor die nächste Konferenz meine ganze Aufmerksamkeit einnehmen wird.
„Kann ich dir noch was bringen?“, fragt mich Mina, als sie sich vom Esstisch erhebt. Wahrscheinlich, um sich einer weitere Dosis ihres Koffeins zu holen.
„Nein, danke. Was steht heute unten an?“, will ich von ihr wissen, während ich meinen Kaffee leere. Dabei beobachte ich die schwingenden Hüften, meiner Verlobten. Nicht mehr lange und ich werde Mina endlich meine Frau nennen können. Auch wenn meine ganzen Termine die Planung derzeit etwas erschweren. Eigentlich sind es nur noch drei Monate bis zum großen Tag, doch ich kann Mina kaum helfen, spannt mich das Büro einfach zu sehr ein. Wer hatte nochmal den dämlichen Einfall, dass es eine gute Idee sein könnte, zu exportieren? Ach ja – ich selbst.
„Heute Nachmittag kommt die Konditorin mit einer Skizze unserer Torte und danach die Floristin, um die endgültige Auswahl der Blumen zu treffen. Im Restaurant gibt es heute Abend eine kleine Geburtstagsfeier, aber das haben wir unter Kontrolle.“ Strahlend dreht sie sich zu mir, all ihre Vorfreude ist in ihren Augen zu finden und es bricht mir das Herz, mal wieder, dass ich sie so alleine gelassen haben.
„Dann plane ich die Termine mal mit ein, was?“, sage ich grinsend und beobachte zufrieden, wie sich Mina’s Gesichtsausdruck bei meinen Worten verändert. Von strahlend zu verwundert zu noch strahlender. Wenn das überhaupt geht.
„Du bist heute Nachmittag hier?“, platzt es überrascht aus ihr heraus, bevor sie zu mir gestürmt kommt, mich auf die Beine zerrt und die Arme fest um meinen Körper schlingt. Ich habe ja gewusst, dass sie sich freuen wird, aber so sehr?
„Hätte ich gewusst, dass es so leicht ist, dich glücklich zu machen, hätte ich alle Termine mit dir wahrgenommen“, erwidere ich lachend, umarme sie meinerseits und drücke sie fest an mich. Ein Gefühl von nach Hause kommen, breitet sich in mir aus, als ich das tue und ich fühle mich mal wieder bestätigt, dass es die richtige Entscheidung war, ihr diesen Antrag zu machen.
„Cedric, wo willst du denn hin?“ Diese Frage stellt Mina mir jetzt schon seit einer Stunde, in der ich sie mit verbundenen Augen durchs Hotel geführt habe. Ein bisschen Spaß muss schließlich sein. Schon seit einer Weile trage ich diese Idee mit mir herum. Als ich Mina jetzt endlich hinaus in den Garten führe und Helena für die Ausführung meines Plans auf die Schulter klopfe, schiebe ich die Frau vor mir immer weiter zwischen die ganzen Kerzen.
„So, wir sind jetzt da“, sage ich leise, plötzlich habe ich ganz furchtbares Herzklopfen, obwohl ich mir sicher bin, dass Mina ‚Ja‘ sagen wird.
Ganz vorsichtig löse ich ihre Augenbinde, halte sie einen Moment, in dem ich ihren vor Kerzenlicht glänzenden Blick einfange und sie anlächele. Sie schlägt die Hände vor den Mund, als sie sieht, was um uns herum ist, dreht sich um sich selbst und das ist der Moment, in dem ich auf die Knie gehe. Meine Hände zittern, als ich nach der kleinen Schachtel in meinem Jackett greife und mein Atem geht stockend, als Mina sich wieder zu mir dreht und sofort Tränen in den Augen hat.
„Cedric“, haucht sie ehrfürchtig, blickt mich an und ich kann erkennen, dass sie glücklich ist. Sofort beruhigt sich mein Puls und ich atme tief durch.
„Meine geliebte Minerva, heute auf den Tag genau vor fünfzehn Jahren bist du in mein Leben getreten und ich war schon damals der glücklichste Junge. Als ich dich ein paar Jahre später verloren, brach meine Welt zusammen, denn erst da begriff ich, was du mir wirklich bedeutet hast.“ Ich muss Luft holen, ergreife mit einer Hand Mina’s Finger, die unkontrolliert zittern.
„Als ich diese Einladung zu unserem Klassentreffen bekam, wusste ich genau, dass ich dort hin muss, denn es war meine einzige Chance, dich wiederzusehen. Und ich behielt recht und seit dem ist mein Leben vollständig. Ich habe viel Zeit darauf verschwendet, herauszufinden, was mir fehlt. Bis du vor mir gestanden hast und es ganz klar gewesen ist. Allein du hast gefehlt und so soll es nie wieder sein. Ich möchte dich bis zum Ende meiner Tage an meiner Seite wissen und darauf vertrauen können, dass du immer bei mir bist. Aus diesem Grund möchte ich dich fragen, ob du meine Frau werden möchtest.“
Okay, die angebliche Ruhe war dahin, als ich ihr den Ring präsentiere und sie ein weiteres Mal die Hände vor dem Mund zusammenschlägt. Ich höre sie ‚Oh Cedric‘ murmeln, bevor sie auf die Knie fällt, die Arme um meinen Hals schlingt und mir ihr ‚JA‘ ins Ohr ruft.
„Also wenn du das nicht gewusst hast, weiß ich nicht, ob ich dich heiraten kann, Mister“, zieht sie ich auf, schmiegt sich aber noch enger an meinen Körper.
„Dir werd ich gleich etwas erzählen“, gehe ich auf ihr Geplänkel ein, tut es einfach nur verdammt gut, sie so glücklich zu sehen.
„Sag mal, warum warten wir eigentlich noch drei Monate?“, frage ich Mina, als wir gemeinsam die Treppen zum Eingangsbereich hinuntergehen. Als sie mich von der Seite überrascht ansieht, weiß ich, dass ich schnell weiterreden muss, bevor sie mich laut auslacht. Wer zieht schon eine Hochzeit drei Monate nach vorn? Übertrieben verliebte Geschäftsmänner, wie ich. Würde ich mal vermuten.
„Das ist ein Scherz?“, will meine Verlobte wissen, doch ich schüttele nur den Kopf. Bevor ich jedoch meinen Plan erklären kann, räuspert sich jemand neben mir. Mina blickt sofort zu dem Geräusch, zieht die Augen zusammen und so folge ich ihrem Blick. Was will sie denn hier?
„Endlich habe ich dich gefunden“, freut sich Gigi ein wenig zu sehr. In diesem Moment frage ich mich ernsthaft, wie ich jemals auf sie stehen konnte. Oder es mir einreden konnte.
„Gigi, schön dich zu sehen“, begrüße ich sie freundlich, spüre, wie sich Mina anspannt.
„Ihr kennt euch?“, fragt sie direkt, mustert die schlanke Frau, mit den riesigen Locken, den stark geschminkten Augen und den tiefroten Lippen. Gigi trägt ein dunkelgraus Kostüm mit einem Rock, der für einen Geschäftstermin eindeutig zu eng und zu kurz ist. Ich verdrehe innerlich die Augen, denn ihr Aufzug zeigt eindeutig, dass sie die Abfuhr vor über zwei Jahren noch immer nicht kapiert hat.
„Flüchtig. Gigi hat vor zwei Jahren mal für mich gearbeitet. Was kann ich für dich tun?“, wende ich meine Aufmerksamkeit der störenden Person zu, während Mina neben mir die Arme vor der Brust verschränkt. Selbst im Augenwinkel kann ich erkennen, wie ihre Kiefer mahlen. Nicht gut.
„Ich wollte dich sehen. Und als ich erfahren habe, dass du in einem Hotel mit so einem Ruf wohnst, musste ich einfach vorbeikommen und fragen, ob wir nicht ein wenig Zeit zusammenverbringen möchten.“ Abgebrüht und eiskalt, wie immer, wenn Gigi etwas will. Mina neben mir schnappt lautstark nach Luft, sieht mich an und schießt kleine Pfeile auf mich. Obwohl ich für diese Situation noch nicht mal etwas kann. Noch während ich darüber nachdenke, wie ich Gigi am direktesten klarmache, dass das keine Option ist, tritt diese einen Schritt auf mich zu, lässt ihren Finger über meine Brust streichen und sieht mich mit einem ganz bestimmten Blick an. Nur, dass der nicht mehr bei mir zieht.
„Komm schon, Cedric. Wir hatten immer viel Spaß“, schnurrt sie, während ich hoffe, dass Mina sich zusammenreißt.
„Gigi, das ist keine gute Idee, weil …“, setze ich an, doch da hat diese Person mir schon ihre Lippen aufgepresst. Alles in mir versteift sich, mein einziger Gedanke ist Mina, die sicherlich gleich platzt, wenn ich Gigi nicht in ihre Schranken weise. Also schiebe ich diese Frau von mir, weiche mehrere Schritte zurück und atme unter dem Blick meiner Verlobten tief durch.
„Aber Cedric“, beginnt sie weinerlich, doch ihre Augen sprechen eine andere Sprache. Eine, die ich nicht mehr hören will.
„Nein, Gigi. Das reicht. Du bist zu weit gegangen und ganz sicher werde ich nie wieder mit dir Zeit verbringen. Denn darf ich dir vorstellen, meine Verlobte – Minerva. Wir waren gerade auf dem Weg in die Stadt“, tue ich endlich das, was ich sofort hätte tun müssen und hoffe inständig, dass Mina mir nicht dafür den Arsch aufreißt. Bisher ist sie erstaunlich ruhig.
„Deine, deine Verlobte?“, spuckt Gigi aus, bedenkt Mina mit einem herablassenden Blick, der das Fass zum Überlaufen bringt.
„Verschwinde Gigi, ich will dich nie wieder in meiner Nähe sehen. Dein Getue kannst du dir sparen. Schönen Tag noch.“ Damit schnappe ich mir Minas Hand, ziehe meine verblüffte Verlobte hinter mir her, während ich Gigi hinter uns wüten höre.
„Was machen wir denn in der Stadt? Und was wollte diese Person hier? Mit solchen Frauen hattest du zu tun?“, platzt es aus Mina heraus, als ich sie auf den Beifahrersitz meines Wagens platziert habe und mich neben sie setze.
„Frag nicht, ich habe keine Ahnung, was da in mich gefahren ist. Oder was sie hier wollte. Mich schüttelt es immer noch. Versprich mir bitte, dich niemals so aufzutakeln. Und danke. Dafür, dass du nicht ausgerastet bist, als sie mich geküsst hat“, sage ich voller Demut, was nun wirklich nicht mein Fall ist. Aber besondere Situationen erfordern besonderes Verhalten.
„Noch ein Wort von dieser Mistkuh und ich wäre es. Aber so, war es ganz lustig dabei zuzusehen, wie der große Cedric an einer Frau verzweifelt. Du denkst doch nicht, ich würde an dir zweifeln, nur weil jemand dich anmacht?“
Ich sehe sie einen Moment erstaunt an und lächele Mina dann an.
„Ich liebe dich, verdammt nochmal, ich hätte es wissen müssen. Dabei habe ich nur darüber nachgedacht, wie ich flüchten kann, sobald ich aus ihren Fängen bin, weil du mir sonst die Hölle heiß machst“, gebe ich lachend zu, greife nach Minas Hand und grinse breit.
„Wie gesagt, eine Sekunde länger und das wäre ein hervorragender Plan gewesen.“ Sie grinst ebenfalls, hebt unsere Hände an ihren Mund und küsst meinen Handrücken sanft.
„Sag mal, haben wir heute die Rollen vertauscht, oder warum benimmst du dich so?“, frage ich misstrauisch, obwohl ich es witzig finde.
„Eigentlich nicht, aber besondere Situationen, verlangen besonderes Verhalten. Also, wohin fahren wir?“
Doch ich schüttele nur den Kopf und küsse dann meinerseits ihre Hand.
„Lass dich überraschen“, sage ich nur.
***
„Das ist nicht dein Ernst? Helena reißt mir den Kopf ab, wenn wir das durchziehen“, beschwert sich Mina, doch das breite Grinsen auf ihren Lippen straft ihre Worte Lügen. Denn eigentlich ist es ihr vollkommen egal.
„Warum? Wir machen das jetzt nur für uns. Die Party findet trotzdem in drei Monaten mit allen anderen statt. Nur will ich nicht mehr warten. Ich will dich meine Frau nennen können. Und zwar heute.“
Mit großen Augen, die eindeutig zeigen, dass Mina den Tränen nahe ist, sieht sie mich an, sieht erst an mir und dann an sich herunter. In den letzten Stunden haben wir mir einen Anzug und ihr ein schlichtes, weißes Kleid gekauft.
„Und du denkst wirklich, wir bekommen, so einfach einen Termin?“, fragt sie mich misstrauisch, doch ich nicke nur.
„Einer der Standesbeamten war mit uns in der Schule. Er war in einigen meiner Kurse und hellauf begeistert, als ich ihm von meinem Plan erzählt habe. Mike schiebt uns dazwischen. Also komm, oder willst du mich nicht heiraten?“
Eigentlich bin ich selbst sehr erstaunt, dass es funktioniert hat. Doch da wir schon alle Unterlagen eingereicht hatten, gab es kein Problem. Umso besser für uns.
„Ich habe doch schon einmal Ja zu dieser Frage gesagt. Zweifelst du an mir?“, stellt Mina die Gegenfrage, die ich direkt mit einem Kopfschütteln beantworte.
„Dann los. Lass ich dich zu Mrs Cedric Masters machen.“